Presse

10.02.2010  Universelle Presskraft sicher einsetzen
 

Reproduzierbar präzise Kraftentfaltung, Anwendungsflexibilität, Nutzungseffizienz sowie höchste Betriebssicherheit und geforderte Wirtschaftlichkeit müssen sich nicht ausschließen...


VEBO Werkstatt Olten – „Motiviert und engagiert“ – sowohl die Unternehmens-Bezeichnung als auch der Unternehmens-Slogan lassen nicht vermuten, dass hier die Wörter „Motivation“ und „Engagement“ einen ganz besonderen Sinn haben. Äußerlich und auch im Innern sind so gut wie keine Unterschiede zu vergleichbaren Schweizer Industriebetrieben zu sehen und doch handelt es sich bei der VEBO Werkstatt Olten um einen Betrieb aus einer anderen Welt. Oder etwa doch nicht? Es kommt auf die Sichtweise an. Denn die VEBO wurde im Jahr 1964 als „Verein Eingliederungsstätte für Behinderte, Oensingen“ gegründet und im Jahr 1975 in die Genossenschaft VEBO - Solothurnische Eingliederungsstätte für Behinderte Oensingen umgewandelt. Die Trägerschaft bilden heute fast 1.400 Gemeinden, Privatpersonen und Firmen als Genossenschafter. In der VEBO sind aktuell mehr als 1.200 vorwiegend Mehrfachbehinderte sowie über 300 nichtbehinderte ausgebildete Fachkräfte und Führungsverantwortliche beschäftigt. Damit gehört die VEBO zu den größten Betrieben in der Region. Die VEBO teilt sich auf in acht über den Kanton Solothurn verteilten Werkstätten, in zwei Sektionen (Wohnen und technische Dienste), in drei Bereiche (berufliche Maßnahmen, soziale und kaufmännische Dienste) und in die Direktion. Die sozialen Dienstleistungen der VEBO umfassen Integrationsmaßnahmen inklusive Frühintervention, Berufliche Maßnahmen, Werkstätten, Wohnheime und eine Tagesstätte. Die größte Anzahl an behinderten Beschäftigten nehmen mit über 800 Arbeitsplätzen die Werkstätten auf. Die VEBO Werkstatt Olten nimmt hier eine wichtige Position ein. Der eingangs genannte Unternehmens-Slogan „Motiviert und engagiert“ greift hier gleich in mehrfacher Hinsicht, nämlich z. B. dahingehend, dass die behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unbedingt arbeiten wollen und somit einer sinngebenden Beschäftigung nachgehen, und dass die Führungs- und Fachkräfte mit Leib und Seele dahinterstehen und die Behinderten anleiten bzw. betreuen.

Fertigungs-Dienstleistungen von der Zerspanung bis zur Montage

Die VEBO Werkstatt Olten versteht sich dabei als ein am Markt agierendes Unternehmen und muss sich folgerichtig auch dem freien Marktwettbewerb stellen. Spezialisiert auf die Sparten Mechanik, Montage und Dienste, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter je nach ihrem Behinderungsgrad in der mechanischen Fertigung, in der Montage, in einer Fördergruppe oder im Bereich Dienste eingesetzt. Dabei ist es dem Unternehmen wichtig, alle Mitarbeiter gemäß ihren Eignungen und Fähigkeiten einzusetzen, was durchaus auch ein gewisses „Fördern durch Fordern“ beinhaltet. Dazu sagte Armin Bieri, Abteilungsleiter Mechanik in der VEBO Werkstatt Olten: „Wir bieten unseren Kunden eine ganze Palette an technischen Leistungen wie zum Beispiel die Montage ganzer Baugruppen inklusive der Teilebeschaffung und bis hin zur Kanban-Logistik verpackter Ware. Mit den motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir in der Lage, als Outsourcing-Partner auch für zeitaufwändige und komplexe Montageprozesse zu fungieren und wir haben dazu auch die erforderlichen Produktions- und Montageeinrichtungen“. Dass sich diese Maschinen und Vorrichtungen natürlich besonders für die Bedienung von Behinderten eignen müssen, versteht sich von selbst. Besonders deutlich wird dies am Beispiel eines neuen Pressensystems für Stanz-, Umform- und Einpressarbeiten, das kürzlich in Betrieb ging. So musste das neue Pressensystem nicht nur einfach eine alte Exzenterpresse ersetzen, sondern eine hohe Anwendungs- und Nutzungs-Flexibilität mit sich bringen, eine optimale Ergonomie aufweisen, die gebotene Produktivität gewährleisten und natürlich allen einschlägigen und besonderen Sicherheitsvorschriften genügen. Die Investition wurde getätigt, um für einen bestehenden guten Kunden ein Kanban-Teil zunächst bearbeiten und dann konfektionieren zu können, und um weitere Pressen-Aufträge akquirieren zu können. Das Projekt erwies sich für Armin Bieri und seine Kollegen als nicht so ganz einfach zu realisieren, weil man auf diesem Gebiet keine Erfahrung hatte und sich deshalb erst einmal umfassend informieren musste. Ein zuerst in Erwägung gezogenes Pressensystem auf Basis einer 40-Tonnen-Hydraulikpresse stellte sich als zu teuer und zu unflexibel heraus, weshalb die Suche nach einer Alternative begann.

Pressenkauf ist Vertrauenssache

In diesem Zusammenhang kam man mit der Firma TOX® PRESSOTECHNIK AG, CH-4460 Gelterkinden, in Kontakt und erhielt dort eine umfassende und vor allem objektive Beratung. Armin Bieri meinte diesbezüglich: „Bei TOX® haben wir uns gleich sehr gut aufgehoben gefühlt, weil man auf unsere Wünsche und die speziellen Bedingungen intensiv einging. Die ganzen Gespräche waren anwendungsorientiert, ohne die ergonomischen und sicherheitstechnischen Aspekte zu vernachlässigen. Wir fassten vollstes Vertrauen und erteilten den Auftrag, zumal die Presse preislich deutlich interessanter war. Die Presse entspricht genau dem, was wir brauchen und verfügt über eine Sicherheitsausstattung, die sogar unsere strengen Bestimmungen mehr als erfüllt.“ Die VEBO Werkstatt Olten erhielt eine TOX®-Presse vom Typ CEB, bestehend aus einem Pressengestell in C-Bauform, einem pneumohydraulischen Antriebssystem TOX®-Kraftpaket EKSD und einem Untergestell. Darüber hinaus weist die Presse eine Sicherheitssteuerung, ein Schwenk-Bedienpult und einen Fußschalter, eine Schutzumhausung und ein Sicherheitslichtgitter auf. Für die universelle Verwendung mit unterschiedlichsten Werkzeugen hat die C-Gestell-Presse eine Ausladung von 200 mm und eine Werkzeugöffnung von 200 mm. Der Pressenantrieb in Form des pneumohydraulischen Kraftpaket-Zylinders TOX®-EKSD erzeugt bei 6 bar Druckluft eine maximale Presskraft von 130 kN. Der Zylinder-Gesamthub mit 100 mm und der eigentliche Krafthub mit 10 mm sorgen dafür, dass die Stanz-, Umform- oder Einpress-/Pressposition sehr schnell angefahren wird und der Presskrafthub dann feinfühlig vonstatten geht. Der Antriebszylinder ist mit einer Gesamthubeinstellung und mit einer Schnittschlagdämpfung ausgerüstet, um die Hübe begrenzen und mechanische Belastungen verringern zu können. Natürlich verfügt das Kraftpaket auch über den bewährten Leistungsbypass. Die C-Gestell-Presse mit dem Antriebszylinder ist auf einem Untergestell montiert und dieses trägt auch die Schalt- und Steuerungstechnik sowie die Schutzumhausung mit dem Sicherheitslichtgitter. Auf Wunsch des Kunden wurde die C-Gestell-Presse auf dem Untergestell außermittig installiert, um auch längere Werkstücke (bis 500 mm) innerhalb des rundum geschützten Pressenraums bearbeiten zu können.

Produktiv, anwendungsflexibel, umrüstfreundlich und sicher

Die Pressensteuerung und die Sicherheitselemente sind miteinander gekoppelt, so dass weder Überbrückungen noch sonstige Manipulationen möglich sind. Im Normalfall erfolgt die Aktivierung des Pressvorgangs durch 2-Hand-Betätigung, wobei die beiden Taster der 2-Hand-Steuerung gleichzeitig innerhalb von 0,5 Sekunden gedrückt werden müssen. Gegenüber „dritten“ Personen schirmen die Sicherheits-Umhausung und das schon erwähnte Sicherheitslichtgitter den Pressenarbeitsraum komplett und zuverlässig ab, so dass auch hier keine Gefährdung gegeben ist. Trotz diverser Zusatzwünsche und spezifischer Anforderungen an die Sicherheit konnte das C-Gestell-Pressensystem weitgehend aus Standard-Komponenten des TOX®-Baukastens realisiert werden, was sich auch kostendämpfend auswirkte. Das Resümee von Armin Bieri fällt wie folgt aus: „Wir fühlen uns im Entscheid für die Presse von TOX® PRESSOTECHNIK voll bestätigt und sind sehr zufrieden. Wir setzen die Presse flexibel zum Stanzen bzw. Trennen ein und fertigen darauf für den Kunden 33 verschiedene Varianten von C-Profilen. In diese werden dann Schieber montiert und das C-Profil mit Schieber komplettiert wiederum Sonnenschutzeinrichtungen und Rollläden. Die C-Profile sind zwischen 75 und 500 mm lang und können alle innerhalb des geschützten Pressenraums bearbeitet werden. Wir fertigen davon Tausende in Chargen und liefern die Baugruppen tage- oder wochenweise im Kanban-System an den Kunden. Die Presse ist im Augenblick für dieses Teilespektrum eingerichtet, lässt sich jedoch sehr schnell auf andere Werkzeuge umrüsten. Damit ist für uns eine maximale Anwendungs- und Nutzungs-Flexibilität gewährleistet. Das Arbeiten mit der Presse ist sehr einfach und absolut sicher, so dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach kurzer Einweisung imstande sind, die ihnen gestellten Aufgaben zu erfüllen.“

 




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